Skip to content
Feb 2 11

Programmatik – Gesellschaft für Psychotherapie Mecklenburg-Vorpommern

by admin

Die Gesellschaft für Psychotherapie Mecklenburg-Vorpommern (GPT M-V) ist eine „schulenübergreifende“ Vereinigung von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Psychotherapie im Bundesland Mecklenburg zu fördern und auf einem hohen Niveau zu verankern. Aufgrund der besonderen strukturellen und historisch gewachsenen Situation im Bundesland, weist sowohl die wissenschaftliche Psychotherapie, die psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung sowie die psychotherapeutische Berufspolitikeinen relativ niedrigen Organisationsgrad auf.

Es existieren nur wenige verhaltenstherapeutische und psychodynamisch orientierte universitäre Forschungseinrichtungen, die jedoch seit einer Reihe von Jahren sowohl wissenschaftlich als auch auf der Ebene der psychotherapeutischen Ausbildung eng miteinander kooperieren. Auf dieser Grundlage haben sich auch der inhaltliche Gedankenaustausch sowie die praktische Kooperation zwischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die an diesen Institutionen als Ausbilder tätig sind oder ausgebildet worden sind, zunehmend vertieft. Die Gründung der Gesellschaft für Psychotherapie Mecklenburg-Vorpommern stellt einen Ausdruck dieser Entwicklung dar.
Die Gesellschaft strebt eine enge inhaltliche und organisatorische Vernetzung der psychotherapeutischen Forschung, der Ausbildung und der klinischen Versorgung in den unterschiedlichen Versorgungsbereichen an. Entsprechend des interdisziplinären Grundgedankens der Gesellschaft soll der wissenschaftliche und klinische Austausch zwischen den unterschiedlichen empirisch gesicherten psychotherapeutischen Grundorientierungen sowie zwischen ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten mit dem Ziel gefördert werden, die zukünftige Entwicklung der Psychotherapie im Bundesland modern und offen zu gestalten. Der Austausch der psychotherapeutischen Ausbildungsinstitute des Landes mit bundesweiten Fachverbänden und anderen Ausbildungsinstituten soll seitens der Fachgesellschaft zukünftig gefördert werden.

Auf dem Feld der Berufspolitik besteht das Ziel der Fachgesellschaft darin, die wissenschaftlichen Standards der Psychotherapie im Versorgungssystem gegenüber der Politik wie gegenüber der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung sowohl qualitativ als auch quantitativ zu verankern. Dies wird bislang von den bestehenden Berufsverbänden nur unzureichend wahrgenommen. Auch die besondere soziale Situation im Bundesland, die durch eine hohe Arbeitslosigkeit und damit verbundenen sozialen und psychischen Problemen gekennzeichnet ist, erfordert von Psychotherapeuten, dass sie sich den drängenden sozialpolitischen Fragen inhaltlich und verantwortlich stellen. Die Gesellschaft wird zukünftig über relevante bundesweite und landesbezogene fach- und berufpolitische aber auch sozialpolitische Aktivitäten, Initiativen und Entwicklungen berichten, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Für praktisch tätige Psychotherapeuten im ambulanten wie im (teil-) stationären Sektor stellt die Gesellschaft für Psychotherapie ein Weiterbildungs- und Diskussionsforum dar, das diesen einen engen inhaltlichen und organisatorischen Austausch und Zugang zu wissenschaftlichen und praktischen Fragen der Psychotherapie ermöglicht. Dazu zählt insbesondere auch die Möglichkeit zum aktiven kollegialen Austausch wie z.B. der Intervision von Behandlungen.

Die Gesellschaft für Psychotherapie wird zukünftig an der wissenschaftlichen und fachlichen Planung der „Warnemünder Psychotherapietage“ beteiligt und erhält so ein zentrales Weiterbildungsforum wie einen „Ort“ zum inhaltlichen Gedankenaustausch. Weitere regionale Aktivitäten sollen unterstützt werden. Damit die Fachgesellschaft ein lebendiger „Ort“ für die Interessen ihrer Mitglieder werden kann, ist sie auf die aktive Mitarbeit ihrer Mitglieder angewiesen. Die Fachgesellschaft kooperiert mit den Universitätskliniken und Polikliniken für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin der Universität Rostock, Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Greifswald und dem Institut für Klinische Psychologie und Physiologie der Universität Greifswald sowie dem Institut für Psychotherapie, Gesundheitswissenschaften und Organisationsentwicklung (IPGO) und dem Ausbildungsstudiengang Psychologische Psychotherapie mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie am Institut für Psychologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (APPVT). Die Direktoren der drei genannten Universitätsinstitutionen bilden zur Gewährleistung dieser Kooperation den Wissenschaftlichen Beirat der Fachgesellschaft.

Ordentliches Mitglied der Gesellschaft für Psychotherapie Mecklenburg-Vorpommern können Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten werden. Ausbildungskandidaten von Ausbildungsinstituten zum Psychologischen Psychotherapeuten und von Institutionen, die sich in der ärztlichen Weiterbildung zum Zusatztitel Psychotherapie und den einschlägigen Facharztweitrbildungen (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für sychosomatische Medizin, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie) befinden, können bis zum Abschluss der Aus- und Weiterbildung den Status von außerordentlichenMitgliedern erhalten. Der Mitgliedsbeitrag beträgt zur Zeit 30€ pro Jahr.